WOCHE 5
Breathwork und Micro Habits
Der verbundene Atem gibt dir die Chance einen klareren Blick und ein befreiteres Gefühl für dich selbst zu bekommen. Du bist durch die Atemtätigkeit in Verbundenheit mit deinem Körper, während gleichzeitig Gefühle in Bewegung kommen und Gedanken, die momentan zu viel Energie verschwenden würden, ruhiger werden.
Im Beziehungsraum bietet er dir die Möglichkeit durch GENAU DIESE EIGENE KLARHEIT wieder an die BASIS DER VERBINDUNG zu kommen.
Worum gehts wirklich in meiner Beziehung?
Was ist, wenn in diesem Erfahrungsraum für einen Moment all die alten Muster fallen und ich mich darauf konzentrieren kann, was JETZT WICHTIG ist?
Dieser Erfahrungsraum bringt euch immer wieder zurück in die eigene Mitte und lässt euch wieder tiefe Nähe und Verbindung spüren.
Wie könnt ihr nun den gemeinsamen Weg auch im Alltag finden?
Ein Großteil von Streits und Diskussionen in Beziehungen hat ihren Ursprung im NICHT GESEHEN WERDEN.
„Es ist bestürzend, dass Komplimente, Wertschätzung und Unterstützungsangebote eines engagierten Partners oft keine Resonanz finden.
Komplimente werden abgetan, liebevolle Gesten abgewertet und ermutigende Worte treffen auf taube Ohren.“Liebe annehmen – eine Kunst?
Harville Hendrix, Helen LaKelly Hunt (Imago-Therapie)
Die Begründer der Imago-Therapie sprechen von Blockaden des Empfängers:der Empfängerin, die wie so oft ihren Ursprung in allen Beziehungserfahrungen unseres Lebens haben (und der Leben, die unsere Vorfahren geführt haben).
Verschmähte Liebe, abgelehnt werden, verlassen werden, Vertrauensmissbrauch, enttäuschte Erwartungen,…
führen zu
inneren und äußeren Machtkämpfen, Rache, Scham, Ängste, Rückzug,…
WAS ERKENNST DU IN DEINEM VERHALTEN? Was ist dein Muster?
Manche Muster sind dir in deinem Leben schon oft begegnen – vielleicht gibt es in früheren Beziehungen Menschen, die dir Themen an den Kopf geworfen haben, die du völlig abgelehnt hast: „So bin ich nicht!“. … und irgendwann bei längerem Nachdenken hast du vielleicht kleine Ansätze gefunden, die möglicherweise doch einen Kern Wahrheit in sich trugen.
Besonders Rache, Scham, Machtgefühle und Ängste, Wut, Verzweiflung sind festsitzende Gefühle, denen gegenüber wir alle in unterschiedlichen Facetten gerne BLIND sind.
Warum unterschiedliche Facetten? Es gibt nicht die EINE Wut, die EINE Scham… etc. Meiner Erfahrung nach gibt es unterschiedliche Ebenen, unterschiedliche Wirkmechanismen, unterschiedliche Wahrnehmungsbereiche. In einem Beziehungsfeld sagt mir jemand etwas, ich spüre Wut und kann sie durchfließen lassen. In einem anderen kommen die selben Worte und meine Wut zeigt sich völlig anders oder ist für mich gar nicht wahrnehmbar.
So INDIVIDUELL wie du bist, so individuell ist auch dein Beziehungsraum. Hier gilt es neugierig zu erforschen und das jeden Tag, wenn du willst.
Wenn wir BLIND sind für Gefühle (sie im Schatten liegen) in einem bestimmten Beziehungskontext, hat unser Cortex gelernt den Durchfluss zu hemmen und wir haben Ausweichstrategien gefunden, damit wir auch mit Unterdrückung gut leben können. Wir wollen Leid vermeiden. Gleichzeitig holt unser Partner: unsere Partnerin genau das immer wieder an die Oberfläche.
JE ÖFTER DU HIER VERLETZUNGEN ERLEBT HAST UND SIE NICHT GESPÜRT, BEACHTET, GESEHEN HAST – UMSO TIEFER DREHST DU DICH IN DEN KREIS DER NICHT-BE-ACHTUNG.
UND SCHLUSSENDLICH WERDEN GEFÜHLE DER TRENNUNG SPÜRBARER.
Die Blockaden können jedoch nur durch SELBST-ACHTUNG durchbrochen werden: ICH SEHE MICH.
Meine Bedürfnisse, meine Sehnsüchte, meine Wünsche.
Wie schaffe ich es jedoch mit all dem „ICH SEHE MICH UND MACHE WAS ICH BRAUCHE“ noch in Verbindung mit meinem Gegenüber zu bleiben?
Ich könnte ja genau so gut das alles alleine für mich machen, mich in meine Höhle zurückziehen und bin glücklich und zufrieden ohne Beziehung. Da nervt niemand.
ICH SEHE MICH – ICH SEHE DICH
Das was gemeinsame Breathwork-Sitzungen besonders macht, sind die Momente danach. In denen du vollkommen verbunden bist mit deinem Körper, Schutzmauern fallen durften, dein Geist ruhig ist und du wie seelisch nackt vor deinem Gegenüber sitzt. Diese Momente sind magisch heilige Momente.
ABER ACHTUNG: Sie gehen im Alltagsleben oft aufgrund erneuter Verletzungen und Aufbau von Schutzmustern wieder unter. Trotzdem bleibt ein Verbindungsfaden zu diesen Erfahrungsräumen.
Hier braucht es nun bewusste Gewohnheitsveränderungen. Ziel der Alltagsübungen ist, den Fokus immer mehr auf das was du in diesen magisch, heiligen Momenten gefühlt hast zu legen. UND ZU LERNEN, sie im Alltag in meinem System halten zu können (Containment). Ich wähle hier Micro Habits – um euren Alltag tatsächlich nachhaltig zu verändern.
Die Übungen zielen darauf ab LIEBE ANNEHMEN zu können. ZU LERNEN wie ich auch im Alltag meine Schutzmauern nicht aufbauen muss, weil ich mich in der Nähe meines Partners: meiner Partnerin sicher fühle.
Sicher fühle ich mich dann, wenn ich mich GESEHEN FÜHLE.
Gesehen von mir selbst und Gesehen vom Gegenüber.
MICRO HABITS
Übungen, die nicht geübt werden bringen nichts.
Jahrzehntelang hab ich als Physiotherapeutinnen geniale (wie ich finde;) Übungen weitergegeben, die dann nicht gemacht wurden und in weiterer Folge stellen sich Scham, Schuld und folgende Muster ein, die weder dem Körper noch der Therapeutinnen-Patient:innen Beziehung gut getan haben.
MICRO HABITS sind kleine MINI-Schritte, die in den Alltag eingebaut werden, sodass sie tatsächlich auch gemacht werden und irgendwann ganz automatisch eine neue Gewohnheit in eurer Beziehung werden. Sie sind so klein, dass sie kaum Überwindung kosten.
Der Hintergrund:
Die Übung für eure Verbindung dauert nur wenige Sekunden, sie wird in euren gemeinsamen Alltag eingebaut. Dein Körper spürt dabei positive Emotionen und will automatisch immer mehr davon.
Hierfür gibt es folgendes zu beachten:
- AUSLÖSER
Die Mini-Übung wird an eine bestehende Gewohnheit eures gemeinsamen Alltags gekoppelt.
Hierfür setzt euch zusammen und schreibt ganz genau auf, welche Zeiten ihr gemeinsam habt:
zB: gemeinsames Aufwachen, gleichzeitig aufstehen, Zähne putzen, Frühstückskaffee trinken, verabschieden, Begrüßung beim nachhause Kommen, essen, gemeinsam vorm Fernseher, gemeinsam im Bett liegen, etc. - ÜBUNG
Die Verbindungsübung, die ihr gemeinsam festlegt, wird an eines dieser Auslöser gekoppelt. Sie sollte – gerade zu Beginn – einfach und wirklich kurz (5-10 Sekunden) sein.
zB:
5 Sekunden in die Augen schauen mit der Intention „Ich zeige mich“; gemeinsames Atmen (mglw. mit Hand auf der Brust des Gegenübers); Geschenktagebuch: schreib eine Sache auf, die dir heute von deiner:m Partner:in liebevoll geschenkt wurde (Berührung,Lächeln,Kaffee gemacht,…); schreib eine Sache auf, die du heute liebevoll gegeben hast; Ich halte dich:Du hältst mich – abwechselnd 5 Sekunden in die Arme des:der Partner:in legen;
ODER: vielleicht gibt es eine Art der Begegnung, die du schon früher gern gehabt hast oder eine Sehnsucht, die über Breathwork wieder an die Oberfläche gekommen ist. Dann wählt diese. - BELOHNUNG
Die Verbundenheits-Übungen werden viel schneller zu einer Alltagsgewohnheit, wenn sie mit positiven Emotionen verbunden werden. Wichtig: Diese positiven Emotionen generierst du für dich selbst! Belohne dich selbst – NICHT in Verbindung mit deinem Gegenüber!
zB: Schau in den Spiegel und lächle dir zu, klopf dir auf die Brust, umarme dich, dusche und genieße bewusst das Wasser auf deiner Haut, male ein Smiley auf einen Notizblock und lächle zurück, singe oder höre oder tanze einige Takte (zu) deines(m) Lieblingslied(es), mache einen Freudenschrei und reiße dabei die Arme hoch oder eine andere Geste der inneren Freude,
WICHTIG: macht diese Micro-Übungen täglich, auch wenn ihr nicht physisch zusammen seid: dann online! (Wie schön sind doch die Errungenschaften der heutigen Zeit.;)
Erweitert im Laufe der Zeit (nach 4 Wochen und dann weiter) die Übungen bis auf 30 Sekunden und beobachtet was das in eurer VERBINDUNG verändert.
Teilt eure gewählten AUSLÖSER – ÜBUNG – BELOHNUNG und die Erfahrungen, die ihr macht im Messenger-Chat. Sodass sie noch mehr Sichtbarkeit bekommen und ein kraftvolleres Commitment gegeben ist.
Eure Daniela
