WOCHE 6
Potentialentfaltung – Möglichkeitsraum öffnen
Im Beziehungsraum liegt das GOLD.
Im Beziehungsraum liegt die CHANCE:
für persönliches Glück, innere Ruhe, Zufriedenheit.
Die Basis dafür: SICHERHEIT
Ich fühle mich in der Nähe meiner:s Partnerin:s sicher.
Wie fühlt sich dieser Satz für dich an?
Ein Feld der Sicherheit macht dich weich und offen. Ein offener Mensch hat offene Arme und eine offene Körperhaltung, einen offenen Blick, Zugang zu seiner Selbstliebe, strahlt Liebe aus und gibt Liebe weiter.
Ein offener Mensch bekommt auch liebevolle Blicke, liebevolle Worte, liebevolle Gesten zurück.
Hier befinden wir uns in einem Beziehungs-Kreislauf der Offenheit, Sicherheit und Verbundenheit.
Menschen sind Beziehungswesen. Wir suchen Beziehungen immer wieder und hegen den Wunsch nach HARMONIE: angenommen werden so wie ich bin, gesehen werden, mich ausdrücken können. Dieser Wunsch ist ein legitimes Bedürfnis: weil Harmonie uns in den oben beschriebenen Kreislauf bringt.
Körperlich gesehen sind unser Nervensystem, unsere Muskeln unser physiologischen Abläufe entspannt, wir können Stress besser verarbeiten, unser Immunsystem ist stabiler.
GLEICHZEITIG ist Harmonie mit dem Gegensatz Disharmonie sehr eng verwoben und in dieser Gegensätzlichkeit äußerst instabil, wenn die innere Sicherheit fehlt. Die beiden Pole Hamonie und Disharmonie finden dann in uns ins Gleichgewicht, wenn wir uns in ein inneres FELD DER SICHERHEIT begeben.
Erinnere dich:
Wann hast du dich zuletzt sicher gefühlt?
Ganz konkret:
Wenn ich mich sicher fühle, dann gebe ich auch Sicherheit.
Wenn mein:e Partner:in sich bei mir sicher fühlt, stärkt das meine innere Sicherheit und unsere Paarbeziehung.
Momente dieser Sicherheit und dieses Vertrauens können wir während oder nach der Breathwork-Session spüren. Dann, wenn alle Masken fallen, wir gänzlich verbunden sind mit unserem Körper und unserem Innersten. Der Moment wo der Cortex (unsere Hemmzentrale) für einen Moment ruhiger ist, die Amygdala (unser Stresszentrum) nicht feuert und die Augen-Blicke völlig frei von Alltags-mauern und Hick-Hack sind.
Hier ist das Potential unseres Beziehungsraum deutlich spürbar und diese Moment gilt es nun in unseren Alltag hineinzubringen.
Arbeit mit dem eigenen Ausdruck
Die Sicherheit in mir selbst finden und auch in Begegnung mit Anderen geht unter anderem ganz praktisch über den eigenen Ausdruck. Je sicherer ich mich in meinem Ausdruck fühle, umso sicherer gehe ich in Kontakt mit Anderen.
Den eigenen Ausdruck einüben und sich im eigenen Ausdruck sicher fühlen über die Körperarbeit:
Tönen – Stimme als Ausdruck
Der HU-Atem (Divo G. Müller: Bodybliss)
Phase 1: Stell dir eine qualmende Dampflokomotive vor, die beginnt anzufahren. Versuche diese Geräusche nachzuahmen. Wichtig: langsam anfahren!
Prüfe ob deine Schultern entspannt bleiben und dehne den Atem in die seitlichen Rippen aus.
Nach den ersten Begrüßungsschnaufern kann die Dampflok an Fahrt zulegen: Atme schneller, mit kurzen Ein- und betonten Ausatemzügen. Wechsle den Rhythmus und die Geschwindigkeit des Atems und spiele mal mit kurzen schnellen Trommelwirbeln und dann wieder mit langsamen Atemimpulsen.
Phase 2: Nun werden die Atemzüge schnell aneinandergereiht, ohne Atempause dazwischen. Betone die Ausatmung und wechsle immer wieder zwischen Phase 1 und 2 hin und her.
Phase 3: Nun kommt noch ein bisschen animalisches Feuer und Verrücktheit dazu. Beginne im Gesicht mit Grimassen und kleinen Änderungen der Mundwinkel und Lippen. Verändere die Atemlaute in He:Hi:Ha:Ho:Hu… spiele mit den Atemgeräuschen im gesamten Mund- und Rachenraum. Hecheln, zischen, fauchen – hinein in deine animalische Natur.
Viele schnelle Mundbewegungen stimulieren das Nervensystem und machen aktiv und unternehmunslustig.
Wichtig: weniger ist mehr! Wenn die Übung zu anstrengend wird, nimm den Atem zurück und gönne dir eine verarbeitende Bewegungspause.
Die Wildkatze: Bewegung und Stimme
Diese Übung ist ebenso eine ganz wundervolle Partnerübung:
Wenn ihr euch sicher fühlt, kann das ein Weg in FREUDE, BEWEGUNGS- UND STIMMFREIHEIT sein, der euch gemeinsam lachen lässt – Humor verbindet. In diesem Spielraum der Bewegungs- und Stimmqualität könnt ihr euerem Potential begegnen.
„Spiel und Abenteuer sind entscheidende Komponenten einer glücklichen Beziehung voller Freude.“
John M. Gottman, Julie Schwartz Gottman
(8 Gespräche, die jedes Paar führen sollte)
Bedürfnisbefriedigung
als Ausweg aus dem Kampf hin zur Harmonie
Warum kratzen wir trotzdem immer wieder an dieser Basis der Sicherheit beim Anderen, wo wir doch kognitiv wissen, dass sie von immenser Bedeutung ist?
Kritisieren, Nörgeln, Ablehnung, emotionale Abwesenheit…
Paarbeziehung bedeutet nicht nur die eigenen Bedürfnisse zu kennen, sie auszusprechen und Grenzen zu setzen. Paarbeziehung bedeutet auch gegenseitige Bedürfnisbefriedigung aus dem Herzen heraus:
„Wir haben uns weit voneinander entfernt und dabei manchmal vergessen, dass wir miteinander verbundene, voneinander abhängige und aneinander wachsende Einzelwesen sind. Jetzt finden wir allmählich unsere gemeinsamen Wurzeln wieder und beginnen ganz langsam zu verstehen, dass wir alle mit den gleichen Bedürfnissen(…) unterwegs sind, alle Menschen, überall auf der Welt. Das ist neu. Das gab es so, in dieser globalen Weise, noch nie.“
(Gerald Hüther, in: „Was wir sind und was wir sein könnten“)
Wichtig ist sich besonders im Beziehungsraum nicht nur der eigenen Bedürfnisse bewusst zu sein und sie auszusprechen, sondern auch die des Gegenübers zu hören, nach ihnen zu fragen und die Bereitschaft sie auch erfüllen zu wollen.
Gehts meinem:r Partner:in gut, gehts auch mir gut.
Welches Bedürfnis deines:r Partners:in hast du in den letzten Stunden/Tagen erfüllt. Wie bewusst habt ihr das wahrgenommen und geteilt?
Macht für euch jeden Tag sichtbar was ihr füreinander tut. Jede Geste, jeder kleine Blick, jede noch so kurze Berührung,… in diesen Momenten liegt der Weg zu eurem Beziehungspotential.
Die 5 Säulen der Identität
Anregung für immer wieder gemeinsames Forschen. Wo stehen wir im Moment? Was ist besonders belastet und wie können wir diese Bereiche durch andere entspannen?
Beziehungsraum ist etwas, das wir verhandeln können. Etwas, das beweglich sein darf, wenn wir es beweglich gestalten. Auf welcher Ebene wir hier verhandeln liegt daran, wie sich die Basis für beide anfühlt.
Die Basis des Beziehungsraumes ist abhängig von der SICHERHEIT, die wir fühlen. Die innere Sicherheit hat viel mit unserer Identität zu tun – mit dem was wir von uns denken und wie wir unser Leben gestalten.
An dieser Stelle möchte ich die 5 Säulen der Identität von Hilarion Petzold ins Bewusstsein holen, hier kannst du dazu einiges Nachlesen:
https://phaidra.kphvie.ac.at/api/object/o:835/get
https://www.einfachganzleben.de/leben-balance/5-saeulen-der-identitaet
1. Wie ist der Füllstand der Säulen derzeit bei dir?
An welcher Stelle kannst du für dich etwas verändern, damit eine Säule, die vielleicht derzeit weniger stabil ist kompensiert werden kann?
2. Anschließend betrachtet die 5 Säulen der Identität eurer Beziehung.
Legt euren Beziehungsraum auf das Säulenmodell um.
Wie seht ihr die Säulen im Beziehungsraum, welche Füllstände erkennt ihr?
Was bringst du mit deinen Füllständen in euren Beziehungsraum ein?
Was dein:e Partner:in?
Wo ist derzeit ein niedriger Füllstand zu erkennen und wie könnt ihr dem begegnen?
Schüttel dich!
Zum Abschluss findet ihr hier noch ein einfaches und gleichzeitig sehr wirkungsvolles tool um euren Körper, euer Nervensystem, euren Geist in kurzer Zeit zu entspannen.
Besonders wirkungsvoll ist es in einem Moment der Anspannung zwischen euch. Macht eine kurze Pause und schüttelt euch. Ganz oft ist das ein Ausweg aus einer angespannten Gesprächs- oder Alltagssituation:
Schütteln – eine Möglichkeit deinen Körper immer wieder in die innere Freiheit zu bringen, körperlich und geistig zu entspannen:
Vielen Dank für die wertvolle Reise mit euch! So schön, dass ihr euch so tief eingelassen habt. Ich wünsche euch viel Freude mit den Inputs und Übungen und ein gutes gemeinsames Wachsen und Erforschen.
Eure Daniela
